Mittwoch, 5. Mai 2021

Doppelt hält besser ...

... das war mir bereits im letzten Jahr klar, als ich den ersten dieser beiden - nämlich den einfarbigen -  Pullover strickte und mich das angenehme Tragegefühl überraschte.



Verwendet habe ich das Baumwollgarn von Drops "Safran". Ich wollte einen neutralen Sommerpulli, den man mal eben schnell überziehen kann, wenn es zu frisch wird. 



Also habe ich mir grob überlegt, welche Ausschnittform ich haben wollte und wie weit er werden sollte. Außerdem sollte der einfarbige Pullover noch ein dezentes Muster haben. Die Wolle eignet sich sehr gut dafür. Dann habe ich ein bisschen gerechnet und einfach mal losgestrickt, wieder von oben nach unten ohne Nähte.



Zwischendurch immer wieder anprobiert, überlegt, Ideen verworfen, geribbelt, neue Ideen eingefügt usw. Beim Stricken ist es wie beim Wetter, mal gut und mal nicht so gut und man weiß nie so genau, was am Ende des Tages rauskommen wird.


Aber ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden, sodass ich unbedingt noch einen weiteren Pullover wollte. Gleiche Wolle, gleiches Prinzip, aber doch ein wenig anders. Etwas weiter, anderer Halsausschnitt, etwas länger, eine bisschen Spielerei mit Farbe (Restwolle vom ersten Pullover) und einer "Ziernaht" in der Seite.

Außerdem brauchte ich keine neue Maschenprobe zu stricken, da ich diese direkt von meinem ersten Pullover, der ja bereits mehrfach gewaschen wurde, abnehmen konnte. Super, sag ich nur!



Die "Safran" läuft geringfügig ein, was sich hauptsächlich ein bisschen in der Länge bemerkbar macht. Also habe ich brav meine Reihen gezählt und mich an die Maschenprobe gehalten und somit erstmal etwas längere Ärmel gestrickt. Der Plan ging auf, nach der Wäsche hatten die Ärmel die richtige Länge. Auch der Körper hat sich entsprechend hingezogen. Frisch gestrickt wirkte die Wolle nämlich etwas sackig. Aber nach der Wäsche ist alles gut in Form.



Den Farb- und Reihenwechsel gut hinzubekommen, ist bei dieser Wolle (wahrscheinlich bei Baumwolle generell)  nicht ganz einfach. Man sieht jede Abweichung, egal ob Fehler, ungleichmäßiges Stricken, Abnahme oder Fadenwechsel. Daher habe ich bei diesem Pullover die Ärmel auch nicht mit einem Nadelspiel gestrickt, sondern mit einer langen Rundnadel (Magic-Loop-Methode). Das wird bei mir viel gleichmäßiger und gibt keine "Leitern".

Ein Schicksal teilen jedoch beide Pullover, windige Zeiten!


Verbraucht habe ich etwa 300 g, wobei der beige Pullover nur 275 g wiegt. Stricken lässt sich die Wolle prima, allerdings können die Runden sich ziemlich endlos anfühlen. 

Daher hier nochmal meine Rundenabwechslung in der Seite (natürlich beidseitig), damit ich keine Drehwurm bekam. 



So, das war nun zwar schon wieder ein Strickbeitrag, aber was soll ich machen, ich hänge derzeit einfach an der Nadel! Außerdem verlangt das Wetter nach wärmender Kleidung - immer noch - und da ist so ein Baumwollpullover gar nicht verkehrt.



Dennoch werde ich mich demnächst mal um meinen Nähplatz kümmern und mich heute beim Me Made Mittwoch wieder inspirieren lassen. Ich fürchte, der Sommer kommt plötzlich und dann hat Frau ja wieder nix anzuziehen. 

Bis dahin liebe Grüße



Mittwoch, 7. April 2021

Zwischen Eierlikör und Hawai ....

 ....oder der Sehnsucht nach Frühling und Wärme!



Als wir die Fotos machten, war meine Idee dahinter definitiv nicht das derzeitige Aprilwetter! Aber wer kann denn ahnen, dass der Winter so hartnäckig ist. Umso mehr bin ich froh, heute beim MMM vielleicht ein wenig für Frühlingsoptimismus zu sorgen. Irgendwann kommt er bestimmt.



Denn mit diesem Rock ist man am liebsten barfuß unterwegs. Ihn wollte ich schon ewig mal zeigen, denn er ist echt schon uralt, aber ich liebe ihn so sehr. Den Rock habe ich sage und schreibe Ende der 90er Jahre genäht nach einem simplen Schnitt aus einer Zeitschrift, die glaube ich nur einmal erschienen ist. 

Im Grunde werden lediglich große Rechtecke so aneinander genäht, dass ein Unter- und ein Oberrock entstehen. Der Oberrock hat seitliche Schlitze. Der Bund wird durch mehrere Gummibänder auf Taille gebracht. (Weiter unten auf den Fotos genauer zu sehen.) Dazu näht man schmale Tunnel (ca. 1 cm) durch die die Bänder gezogen werden. Ich habe mal gezählt, genäht habe ich 15 Tunnel! Da mir das aber zu kompakt war, habe ich nur die oberen 5 tatsächlich benutzt. Der Bund wird durch die Bänder sozusagen gesmokt. An welcher Stelle die Taille des Rockes sitzt, ist Geschmackssache. Ich mag es leicht hüftig und das trägt sich auch am angenehmsten. 

Der Stoff ist ein Chiffon mit herrlichem Fall und so schwingt der Rock richtig hin und her beim Gehen.





Deshalb musste auch ein Drehbild sein!



Davon kann man ja nie genug bekommen und dafür wird man auch nie zu alt.



Nun aber zum "Pullöverchen". Gestrickt habe ich mit Drops Melodie in Vanille (oder Eierlikör :). Wobei ich ja zuerst immerzu an Bauschaum denken musste oder diese fiesen Glasfaserdämmmatten!! Hat sich zum Glück gelegt und ich bleibe jetzt bei Eierlikör. 

Was sich nicht gelegt hat, ist der Schreck darüber, wie doll diese Wolle bei Berührung mit handwarmen Wasser schrumpft. Meine Maschenprobe hatte es mir schon prophezeit, also habe ich großzügig gestrickt und schon Bedenken gehabt, ich könnte darin versinken. Aber irgendwie ist er jetzt ja doch übersichtlich geworden.



Gestrickt habe ich mit Nadelstärke 7 (eigentlich ist 8 vorgesehen, hatte ich aber nicht) und verbraucht habe ich 166 g, soviel wiegt er fertig. Das ging sehr flott von der Hand, auch wenn ich diese immer wieder ausruhen musste. So dicke Nadeln sind doch etwas ungewohnt. Was bei dieser Wolle gar nicht gut geht, ist Ribbeln, aber das musste ich auch nicht. 

Ich habe einen einfachen RVO (Raglan von oben) ohne Schnickschnack gestrickt und die Ausschnittblende nachträglich angestrickt. Im Netz findet man ja genügend Videos, die die verschiedenen Arbeitsschritte erklären. Man muss sich eben vorher nur überlegen, wie große das Ganze werden soll und entsprechend ausrechnen. In dem Fall hat die Maschenprobe schon gestimmt, aber ich wollte es nicht glauben. Macht ja nicht jede Wolle, solche Sperenzchen (außer einer gewissen Merino).



Mir gefällt der Pullover trotzdem gut und er passt so ja ideal zum Rock. Er ist wunderbar weich und leicht und ließ sich gut und vor allem schnell stricken. Für kühle Sommerabende zum Drüberziehen über eine Kleinigkeit wird er auf jeden Fall funktionieren.



Ansonsten wäre ein größeres Modell ja schnell gestrickt, mit der Erkenntnis, die ich jetzt habe. Drops hat dieses Frühjahr ja so viele schöne Modelle rausgebracht, da muss ich mich echt bremsen. (Aber das war jetzt möglicherweise Werbung.) Man kommt kaum hinterher, so viele tolle Ideen laufen einem auf den Blogs und bei Instagram über den Weg. Also ich werde die nächste Zeit wohl noch weiterhin mit Stricken verbringen.

Nun bin ich aber auch gespannt auf die anderen heutigen Beiträge und mache es mir gemütlich. Durch die Ferien und etwas Urlaub habe ich mal ein wenig Zeit und Ruhe zum Stöbern.


Sonnige Grüße vom Garnkistlein


Montag, 22. März 2021

Jede Menge Zöpfe und bunte Knöpfe

Bevor hoffentlich endlich der Frühling ausbricht, möchte ich noch schnell mein letztes gestricktes Winterprojekt zeigen. Genau genommen ist diese Jacke bereits über Weihnachten und den Jahreswechsel entstanden. 

Wieder habe ich nach eigener Idee losgestrickt, nachdem ich mich nach verschiedenen Musterproben für diese Variante entschieden hatte. Ursprünglich wollte ich gar keine Zöpfe stricken, um abends beim Fernsehen nicht groß aufpassen zu müssen. Naja, irgendwie sind es dann doch Zöpfe geworden und gar nicht mal so wenige. Vielleicht war aber auch das Fernsehprogramm einfach so uninteressant, dass es mich nicht groß abgelenkt hat.



Gestrickt habe ich mit der Merino extra fein von Drops. Mit dieser Wolle kommen Zopfmuster einfach so herrlich zur Wirkung, das hatte richtig Suchtwirkung. Ich finde es immer total spannend zu sehen, wie das Strickstück sich entwickelt und wächst. Durch die kurzen Runden am Anfang, geht das ja auch richtig schnell und da kann ich dann meist erst aufhören, wenn die Ärmel abgeteilt werden. Dann hat man nämlich auch schon die längsten Runden hinter sich und kann schon mal anprobieren.

 


Für die Jacke schwebte mir ein gerader schmaler Schnitt mit Kragen zum Aufstellen oder Umlegen vor. Die Ärmel sollten möglichst auch schmal sein. Gar nicht so einfach, denn die klassische Berechnung für Raglanschnitte bewirkt ja recht weite Ärmel. Ich habe daher weniger Maschen in den Ärmelbereich gelegt und zudem etwas später mit den Zunahmen bei den Ärmeln begonnen, so dass ich auf meine gewünschte Ärmelweite kam. Ob das technisch sinnvoll ist, weiß ich nicht, im nachhinein habe ich den Eindruck, die Schultern rutschen etwas runter beim Tragen. Das kann aber auch an der Wolle liegen, die eh einen gewissen Hang nach unten hat. 



Die Knopfleiste habe ich gleich mit gestrickt. Da die Beschaffung der Knöpfe auf normalen Wege zu der Zeit nicht möglich war, habe ich mich ganz pragmatisch und nachhaltig für diese bunte Lösung entschieden, ein Sammelsurium aus meiner Knopfkiste. Ist doch erstaunlich, was sich da so ansammelt. Was solls, sie erfüllen ihren Zweck und wenn mich die bunte Mischung irgendwann stört, kann ich sie ja immer noch austauschen.



Verstrickt habe ich übrigens 580 g (50 g/LL 105 cm) mit Nadelstärke 3,5. Die Ärmel habe ich einmal mit einem Nadelspiel und einmal mit dem Addi-Sockenwunder gestrickt. Die Addi-Nadel hatte ich mir mittendrin bestellt und da ich nicht warten konnte, sind die Ärmel nun eben auf verschiedenen Nadeln entstanden. Den Unterschied merkt man leider, denn mit der Addi-Nadel bekam ich ein super gleichmäßiges und festeres Maschenbild zustande. Es ist gewöhnungsbedürftig, mit solch einer Mini-"Mäuse"-Nadel zu stricken, aber es geht rasend schnell.  Der Unterschied machte sich auch erst nach der Wäsche bemerkbar. Nun ist ein Ärmel etwas weiter und länger. Kennt Ihr das, wenn ein Hosenbein einen Tuck zu lang ist? Aber den ganzen Ärmel deswegen nochmal stricken? Ich glaube, ich muss mich daran gewöhnen!




Ansonsten darf man bei dieser Wolle die Wirkung von Wasser echt nicht unterschätzen. Der schöne feste Griff der Wolle geht durch die Wäsche leider verloren. Der Stehkragen steht somit auch leider nur fürs Foto und offen getragen entwickelt die Jacke irgendwie ein Eigenleben. Diese Wolle neigt definitiv zum Wachstum, so ist sie auch etwas länger und weiter geworden, wobei ich bei der Länge meine Maschenprobe auch ein wenig vernachlässigt hatte. Das Eigengewicht der Jacke trägt zusätzlich seinen Teil dazu bei. Aber die Länge ist so noch völlig in Ordnung. Lediglich die gewisse Labbrigkeit finde ich nicht so schön. 

Dennoch bin ich insgesamt mit meinem Werk sehr zufrieden. Das was ich wollte, ist rausgekommen und meine Berechnungen haben recht gut gestimmt. Die Zöpfe bereue ich jedenfalls kein Stück, die Wirkung in der Menge ist doch wirklich irre. 

Getragen habe ich die Jacke schon recht oft, auf Jersey rutscht sie auch nicht so doll, wie auf glatten Blusenstoffen.


So kann ich Euch auch gleich noch einen schönen Shirt-Schnitt zeigen. Ich finde, das ist ein wirklich gelungener Schnitt aus der Ottobre 2/2017 (Schnitt-Nr. 17). Durch die Raglanärmel und einer Naht in der vorderen Mitte, wo die Raffung eingebaut ist, braucht man nur sage und schreibe 80 cm (bei einer Breite von 1,40m) Stoff! Genial für ein Langarmshirt. Den nähe ich sicher noch einmal, der macht einen so tollen Ausschnitt.

Von der diesjährigen Sommerausgabe der Zeitschrift bin ich allerdings noch nicht überzeugt. Mal sehn, ob ich mich noch anfreunden kann.


So, nun ist die Bahn frei für Frühlingsprojekte, sobald das Wetter für Fotos wieder mitspielt, kann ich vielleicht zum nächsten MMM meinen "Osterpullover" zeigen.

Ich stricke solange erstmal weiter, das hilft nach wie vor gegen jegliche schlechte Laune!

Euer Garnkistlein

Mittwoch, 3. März 2021

Kuscheljacke

Heute nehme ich nach langer Zeit auch mal wieder am MMM teil. Man muss sich ja immer entscheiden, was man mit der wenigen Freizeit anstellt, nähen, stricken, bloggen, lesen.....? Also, ich habe den Winter genutzt und gestrickt. Sehr entspannend und produktiv. 

Anlass dieses Strickprojektes waren einige Oberteile meines Kleiderschrankes zu denen mir die farblich passende Jacke noch fehlte. Zudem wollte ich auch endlich so ein kuscheliges Etwas aus diesem weichem Mohair Garn haben, welches einem ja in der Strickwelt schon länger überall über den Weg läuft.

Da wir in unserem Ort unter anderem ein Handarbeitsgeschäft haben, dass Drops Wolle führt, hatte ich mich im letzten Herbst (als die Läden noch geöffnet hatten...) reichlich eingedeckt, um über diesen Winter zu kommen. Inzwischen sind sämtliche Vorräte verstrickt!



Inspiriert für meine Jacke wurde ich von den Modellen der französischen Strickdesignerin Emilie Luis (zu finden unter "Atelier Emilie"). Sie strickt wunderbar weiche und hübsche Sachen. Ich bin immer wieder verzaubert. Ich wollte mich allerdings nicht durch eine französische (oder englische) Anleitung lesen. 


Deshalb habe ich meine eigenen Berechnungen gemacht und versucht, dass Design ähnlich zu übernehmen. Gestrickt habe ich mit je einen Faden Baby Merino und Kid-Silk in Nadelstärke 4. Meine Jacke ist etwas weiter und länger geworden, weil ich auch mal Blusen drunter ziehen möchte. Den Halsausschnitt habe ich mit verkürzten Reihen gestrickt, damit das vordere Bündchen etwas tiefer kommt.


Mit dem Ergebnis bis ich sehr zufrieden und diesen Winter habe ich die Jacke schon sehr viel getragen. Ich mochte sie kaum ausziehen, weil sie so kuschelig ist.

Zum Glück konnte ich in letzter Minute noch Knöpfe vor Ort kaufen, denn ich wollte schon den Farbton der Wolle gut treffen.


Dieses Strickprojekt war total entspannend und ging wunderbar nebenbei beim Fernsehen, selbst die vielen linken Rückreihen gingen bei dieser Wollkombination gut von der Hand. Da könnte ich mir sehr gut noch eine dünnere und kürzere Variante für kühle Sommernächte vorstellen.

Stricken nach eigenem Kopf ist immer spannend, da man nie so genau weiß, was raus kommt. Außerdem ist der Erwartungsdruck nicht so groß. Meist kommen mir noch während des Strickens weitere Gestaltungsideen und am Ende fügt sich bestenfalls alles. Und wenn's nicht klappt, kann man zur Not ribbeln und man macht was Neues!

Wenn das beim Nähen auch mal so einfach wäre?! Im Moment lockt mich die Maschine noch gar nicht, aber einige Stoffe lauern schon vom letzten Jahr. Mal schauen, was kommt.

An alle Kreativen da draußen, viel Spaß beim Werkeln. 

Viele Grüße vom Garnkistlein

Sonntag, 28. Februar 2021

Eine blaue Strickjacke

Diese Jacke hat eine längere und zuweilen sehr aufreibende Geschichte hinter sich und ist gerade deswegen im Grunde der Anfang meiner derzeitigen Art und Weise an neue Strickprojekte heranzugehen. Dazu muss ich allerdings ein wenig ausholen und darum habe ich diese Jacke auch bisher noch nicht verbloggt. 

Nun, der Ansatz für diese Jacke war ursprünglich nämlich folgender ....

Ihr erinnert Euch bestimmt an diesen schönen Streifenpullover, den ich aus dem Buch "Lieblingspullover stricken" von Vera Sanon nachgestrickt habe. Nun wollte ich mich also an einem weiteren Projekt versuchen, der Strickjacke "AJAX", ebenfalls in der Farbe Blau. Das Modell gefiel mir sehr gut und so bestellte ich mir die im Buch vorgeschlagene Wolle, in dem Fall die Starwoll Maxi Linie 8 von ONline in der Farbe Nr. 48 (Marine).  


Bildquelle: "Lieblingspullover Stricken" von Vera Sanon


Bildquelle: "Lieblingspullover stricken" von Vera Sanon

Ihr seht schon, Buchabbildung und die Farbe sowie Maschenbild meiner Jacke stimmen nicht überein. Das war bereits die erste Enttäuschung, denn ich hatte mir ein gedämpfteres Blau vorgestellt. Nun, dachte ich, fangen wir mal an. Merinowolle superwash und die Maschenprobe! Immer wieder eine Überraschung und immer wieder ein Kampf für mich an die entsprechende Maschenanzahl, die entweder auf der Banderole oder eben in der Anleitung angegeben wird, heranzukommen. Okay, dann nehme ich eben noch eine kleinere Nadelstärke...vielleicht kennt ja jemand diese Probleme. Das Strickbild wird dadurch nicht unbedingt schöner!

Also, irgendwann habe ich dann angefangen und entsprechend der Anleitung losgestrickt. Leider habe ich die Zwischenergebnisse nicht festgehalten, nur soviel, der erste Anstrick war zu klein. Also nochmal auf Anfang und eine Nummer größer angeschlagen. Das kann ja mal passieren. 

Während des Strickens wollte sich dennoch keine Zufriedenheit einstellen, das Strickbild meiner Wolle sah komplett anders aus, als das auf den Abbildungen im Buch. Hinzu kam ein immenser Wollverbrauch und ich konnte schon früh absehen, dass die Wolle nicht reichen würde. Mein nächster Gedanke, wie schwer soll diese Jacke denn noch werden? Bei einer Lauflänge von 80 m auf 50 g sollte man nicht endlos Wolle ins Projekt wursten. Irgendwann passte die Anleitung dann hinten und vorn nicht mehr. Das Strickstück war unheimlich fest und kompakt und ich hatte einfach keine Lust mehr, denn an mein Wunschprojekt würde ich nie und nimmer herankommen. Ich war wirklich enttäuscht und fühlte mich ein wenig veräppelt, denn mit dieser Wolle konnte unmöglich die Jacke im Buch verstrickt worden sein.  

Aber was nun? Eine nicht unerhebliche Menge Wolle im Haus, die Farbe so "naja". Also, wieder selbst ran und was eigenes ausdenken, denn ich wollte eine Jacke mit V-Ausschnitt und in Top Down Methode. Wie sich die Wolle verhält, wusste ich nun und einige Videos später auch, wie man sie selbst berechnet. Diese Methode erkläre ich jetzt nicht weiter, denn die ist ja nicht neu. Ich hatte auch schon mal an einem Pullover geübt. Jedenfalls lief der neue Anlauf auf Anhieb prima.




Die Blende gleich mitzustricken, gefiel mir sehr. Da das Perlmuster mit dieser Wolle ausgesprochen gut rauskommt und für sich steht, habe ich auf weitere Details verzichtet, auch wenn die Jacke jetzt nicht super kreativ und ausgefallen daherkommt.



Im Rücken sieht man leider eine Farbabweichung in der Wolle. An einigen Stellen war sie offensichtlich nicht richtig durchgefärbt. Habt Ihr schon mal sowas gehabt?



Die Taschen habe ich einfach nachträglich per Hand aufgenäht.





Die Ärmel musste ich dann allerdings mehrmals stricken, bis sie so waren, wie ich sie wollte, aber das ist beim eigenen Entwurf ja nicht schlimm. Jedenfalls kam ich zügig zum Ende und nun stand nur noch das Waschergebnis in den Sternen. Merino superwash ist da ja - wie schon gesagt - gern für Überraschungen zu haben. In meinen Berechnungen hatte ich das auch berücksichtigt. Was soll ich sagen, alles gut! Kein Längenwachstum, sondern nur angenehme Weichheit (nicht labbrig) und ein schönes Maschenbild. Warum nicht gleich so!



Das Projekt "AJAX" ist zwar nicht umgesetzt, ich finde die Jacke immer noch total schön, aber ich habe trotzdem immerhin eine tragbare und gut passende Jacke zustande gebracht, wenn auch nicht unbedingt im Lieblingsfarbton. 

Den durchstrickten Entwicklungsweg empfand ich im Nachhinein allerdings für mich als so spannend und befriedigend, dass all meine nächsten Strickprojekte (bereits das Fünfte ist gerade auf den Nadeln) ohne eine fertige Anleitung auskommen mussten. Man muss eben die Wolle in der Hand haben und erst dann kann man sagen, was auf sie passt. Irgendwann werde ich auch mal wieder nach Anleitung stricken, aber im Moment betreibe ich Stricken sehr als Ablenkung und Entspannung vom derzeitigen Alltag und da muss es nicht kompliziert sein.

Im Übrigen ist das Shirt auf den Fotos schon vor einiger Zeit nach einem schlichten Burdaschnitt entstanden. Vielleicht habe ich ihn aber auch mit etwas Ottobre gemischt. Ich trage es jedenfalls sehr gern, auch wenn ich inzwischen eine etwas andere Farbwahl treffe.


Bis bald!



(Im Beitrag könnte Werbung durch Markennennung vorhanden sein.)

Dienstag, 23. Februar 2021

Dreieckstuch im Farbverlauf

Endlich möchte ich beginnen einige der vielen Strickstücke, die in den letzten Monaten entstanden sind, vorzustellen. Den Anfang macht ein Tuch, das ich bereits vor zwei Jahren gestrickt habe, welches aber aus unerfindlichen Gründen erst in diesem Winter richtig zum Einsatz kam. Schon lange bewundere ich all die schönen Tücher im Farbverlauf und irgendwann bestellte ich mir auch so einen "Bobbel" ohne einen Plan zu haben, was ich daraus stricken könnte. 

Eine Anleitung wollte ich mir nicht extra kaufen, also stöberte ich im Internet nach schönen Tüchern und Mustern. Fündig wurde ich dann seinerzeit auf dem alten Blog von "StineundStitch". Dort fand ich ein schönes Tuch, welches zufällig die gleiche Farbstellung hatte wie mein Bobbel. Das Muster gefiel mir auf Anhieb und nun hieß es, einen "Nachbau" zu erfinden.



Die Konstruktion des Tuches ist ja nicht schwierig, aber ein passendes Muster zu wählen, welches den tollen 3D-Effekt am besten wiedergibt, hat ein paar Versuche gebraucht. Zu kompliziert sollte es nun auch nicht werden. Aber es gibt ja zum Glück so viele tolle Muster... Woher ich diese jetzt habe, weiß ich gar nicht mehr, aber es ist eine Art Wabenmuster.

An das mehrfädige Garn musste ich mich allerdings erst etwas gewöhnen und so hat es am Anfang auf der Rückseite doch mal hier und dort eine Schlaufe ergeben, wenn mal ein Faden nicht mitwollte. Aber zum Glück fällt es nicht groß auf.


(Werbung: unbeauftragt/unbezahlt)


Vom Griff her, ist die Wolle schön weich, was das Wabenmuster und der krause Teil noch verstärken.




Da das Tuch nicht symmetrisch  ist, legt es sich auch nicht so ganz automatisch, wie man es gewöhnt ist, um den Hals, aber ich mag die Möglichkeiten, verschieden zu drapieren. Es schmiegt sich auf alle Fälle unheimlich schön weich und gemütlich an. Durch den Baumwollanteil ist es nicht zu warm und kribbelt auch nicht.





Weil es, wie gesagt, zum Dauerbrenner geworden ist, gibt es vielleicht nochmal eins. Bisher war ich kein großer Tuchstricker. Da ich aber inzwischen genug Mützen habe (ich weiß auch nicht, warum ich immer Mützen stricken muss??), könnte ich an der Schal-und Tuchfront noch ein wenig nachholen.



Im nächsten Beitrag stelle ich Euch die blaue Strickjacke näher vor, die Ihr hier schon sehen könnt.


Bis dahin sonnige Tage

Mittwoch, 7. Oktober 2020

Ein Hoodie in Herbstfarben

Endlich sind die Temperaturen günstig, um an dem heutigen "Me Made Mittwoch" etwas Wärmendes zu zeigen.

Für unseren Sommerurlaub an der Ostsee suchte ich nach einem gemütlichen, wärmenden und windbeständigen Kleidungsstück zum schnellen Überziehen. Bequem, leger und praktisch sollte es sein.  Beim Kofferpacken stelle ich nämlich immer wieder fest, dass da meine Kinder deutlich besser ausgestattet sind. Also habe ich gezielt nach Stoff und Schnitt gesucht. 

Ein schönes Stoffpaket entdeckte ich bei Pepelinchen, welches eigentlich für den Hoodie Emilea von Schnittmuster Berlin gedacht war. Ich habe mich allerdings beim Schnitt für den Hoodie "Get Moving"  aus der Ottobre 5/2015 (Nr. 15) entschieden, da mir da die Schulternaht einfach sehr gut gefällt. Die Idee mit der Zweifarbigkeit fand ich jedoch sehr schön und habe sie mit eingebaut.


Mit den vorhandenen Materialen konnte ich jetzt gut spielen. Die Überlegungen, wie und was ich an Gestaltung einsetze, hat mir bei diesem Projekt am meisten Spaß gemacht. Mit jedem Schritt stieg die Spannung, wie alles zusammen wirken würde.


Erstaunt hat mich die Länge des Hoodies, das kommt auf dem Bild in der Zeitschrift nicht rüber, aber vielleicht wurde der Schnitt fürs Foto kürzer genäht. Ich hatte ja aber genug Stoff und wollte im Nachhinein nichts abschneiden. Wäre auch schade gewesen.


Die Taschen sollten laut Schnitt gar nicht am Vorderteil festgenäht werden. Diese losen Taschenteile mochte ich aber nicht im Pullover hängen haben, also nutzte ich einen der Zierstiche und setzte die Naht somit gleich nochmal farbig ab. So knuddelt auch nichts blöd rum.


Am Kapuzenteil habe ich das im Stoffpaket vorhandene Band so durchgezogen, wie es beim Hoodie Emilea auch vorgesehen ist. Dieses Detail gefällt mir nämlich einfach richtig gut.


Sämtliche Effektnähte habe ich mit großer Stichbreite verziert. Das sieht erstaunlich gut aus, dafür das es lediglich ein Zierstich ist und keine Covernaht. Ich habe vorher mehrere Stiche auf dem Stoff ausprobiert, denn nicht jeder Stich eignet sich für den dickeren Sweat und hebt sich genug ab.


Insgesamt fällt dieser Schnitt schön schmal aus und trägt durch die Länge optisch nicht groß auf. Allerdings passen unter diesen Hoodie nur eher schmale Oberteile, denn auch die Ärmel sind eher schlank geschnitten.


Ja, und so bin ich zu meinem ersten Hoodie gekommen. Gebraucht habe ich ihn dann tatsächlich auch. Wir hatten einige recht windige Tage am Strand und so war ich glücklich, dieses Nähprojekt noch kurz vor unserem Urlaub fertiggestellt zu haben. Diese kurzfristigen Stücke entpuppen sich bei mir irgendwie immer als die Besten. Kennt Ihr das auch?

Jedenfalls kann ich jetzt mit meiner "Hoodiebande" mithalten und möglicherweise wird es nicht der letzte Hoodie bleiben.



Liebe Grüße vom Garnkistlein


(P.S.: Unbezahlte und unbeauftragte Werbung)