Montag, 22. März 2021

Jede Menge Zöpfe und bunte Knöpfe

Bevor hoffentlich endlich der Frühling ausbricht, möchte ich noch schnell mein letztes gestricktes Winterprojekt zeigen. Genau genommen ist diese Jacke bereits über Weihnachten und den Jahreswechsel entstanden. 

Wieder habe ich nach eigener Idee losgestrickt, nachdem ich mich nach verschiedenen Musterproben für diese Variante entschieden hatte. Ursprünglich wollte ich gar keine Zöpfe stricken, um abends beim Fernsehen nicht groß aufpassen zu müssen. Naja, irgendwie sind es dann doch Zöpfe geworden und gar nicht mal so wenige. Vielleicht war aber auch das Fernsehprogramm einfach so uninteressant, dass es mich nicht groß abgelenkt hat.



Gestrickt habe ich mit der Merino extra fein von Drops. Mit dieser Wolle kommen Zopfmuster einfach so herrlich zur Wirkung, das hatte richtig Suchtwirkung. Ich finde es immer total spannend zu sehen, wie das Strickstück sich entwickelt und wächst. Durch die kurzen Runden am Anfang, geht das ja auch richtig schnell und da kann ich dann meist erst aufhören, wenn die Ärmel abgeteilt werden. Dann hat man nämlich auch schon die längsten Runden hinter sich und kann schon mal anprobieren.

 


Für die Jacke schwebte mir ein gerader schmaler Schnitt mit Kragen zum Aufstellen oder Umlegen vor. Die Ärmel sollten möglichst auch schmal sein. Gar nicht so einfach, denn die klassische Berechnung für Raglanschnitte bewirkt ja recht weite Ärmel. Ich habe daher weniger Maschen in den Ärmelbereich gelegt und zudem etwas später mit den Zunahmen bei den Ärmeln begonnen, so dass ich auf meine gewünschte Ärmelweite kam. Ob das technisch sinnvoll ist, weiß ich nicht, im nachhinein habe ich den Eindruck, die Schultern rutschen etwas runter beim Tragen. Das kann aber auch an der Wolle liegen, die eh einen gewissen Hang nach unten hat. 



Die Knopfleiste habe ich gleich mit gestrickt. Da die Beschaffung der Knöpfe auf normalen Wege zu der Zeit nicht möglich war, habe ich mich ganz pragmatisch und nachhaltig für diese bunte Lösung entschieden, ein Sammelsurium aus meiner Knopfkiste. Ist doch erstaunlich, was sich da so ansammelt. Was solls, sie erfüllen ihren Zweck und wenn mich die bunte Mischung irgendwann stört, kann ich sie ja immer noch austauschen.



Verstrickt habe ich übrigens 580 g (50 g/LL 105 cm) mit Nadelstärke 3,5. Die Ärmel habe ich einmal mit einem Nadelspiel und einmal mit dem Addi-Sockenwunder gestrickt. Die Addi-Nadel hatte ich mir mittendrin bestellt und da ich nicht warten konnte, sind die Ärmel nun eben auf verschiedenen Nadeln entstanden. Den Unterschied merkt man leider, denn mit der Addi-Nadel bekam ich ein super gleichmäßiges und festeres Maschenbild zustande. Es ist gewöhnungsbedürftig, mit solch einer Mini-"Mäuse"-Nadel zu stricken, aber es geht rasend schnell.  Der Unterschied machte sich auch erst nach der Wäsche bemerkbar. Nun ist ein Ärmel etwas weiter und länger. Kennt Ihr das, wenn ein Hosenbein einen Tuck zu lang ist? Aber den ganzen Ärmel deswegen nochmal stricken? Ich glaube, ich muss mich daran gewöhnen!




Ansonsten darf man bei dieser Wolle die Wirkung von Wasser echt nicht unterschätzen. Der schöne feste Griff der Wolle geht durch die Wäsche leider verloren. Der Stehkragen steht somit auch leider nur fürs Foto und offen getragen entwickelt die Jacke irgendwie ein Eigenleben. Diese Wolle neigt definitiv zum Wachstum, so ist sie auch etwas länger und weiter geworden, wobei ich bei der Länge meine Maschenprobe auch ein wenig vernachlässigt hatte. Das Eigengewicht der Jacke trägt zusätzlich seinen Teil dazu bei. Aber die Länge ist so noch völlig in Ordnung. Lediglich die gewisse Labbrigkeit finde ich nicht so schön. 

Dennoch bin ich insgesamt mit meinem Werk sehr zufrieden. Das was ich wollte, ist rausgekommen und meine Berechnungen haben recht gut gestimmt. Die Zöpfe bereue ich jedenfalls kein Stück, die Wirkung in der Menge ist doch wirklich irre. 

Getragen habe ich die Jacke schon recht oft, auf Jersey rutscht sie auch nicht so doll, wie auf glatten Blusenstoffen.


So kann ich Euch auch gleich noch einen schönen Shirt-Schnitt zeigen. Ich finde, das ist ein wirklich gelungener Schnitt aus der Ottobre 2/2017 (Schnitt-Nr. 17). Durch die Raglanärmel und einer Naht in der vorderen Mitte, wo die Raffung eingebaut ist, braucht man nur sage und schreibe 80 cm (bei einer Breite von 1,40m) Stoff! Genial für ein Langarmshirt. Den nähe ich sicher noch einmal, der macht einen so tollen Ausschnitt.

Von der diesjährigen Sommerausgabe der Zeitschrift bin ich allerdings noch nicht überzeugt. Mal sehn, ob ich mich noch anfreunden kann.


So, nun ist die Bahn frei für Frühlingsprojekte, sobald das Wetter für Fotos wieder mitspielt, kann ich vielleicht zum nächsten MMM meinen "Osterpullover" zeigen.

Ich stricke solange erstmal weiter, das hilft nach wie vor gegen jegliche schlechte Laune!

Euer Garnkistlein

Mittwoch, 3. März 2021

Kuscheljacke

Heute nehme ich nach langer Zeit auch mal wieder am MMM teil. Man muss sich ja immer entscheiden, was man mit der wenigen Freizeit anstellt, nähen, stricken, bloggen, lesen.....? Also, ich habe den Winter genutzt und gestrickt. Sehr entspannend und produktiv. 

Anlass dieses Strickprojektes waren einige Oberteile meines Kleiderschrankes zu denen mir die farblich passende Jacke noch fehlte. Zudem wollte ich auch endlich so ein kuscheliges Etwas aus diesem weichem Mohair Garn haben, welches einem ja in der Strickwelt schon länger überall über den Weg läuft.

Da wir in unserem Ort unter anderem ein Handarbeitsgeschäft haben, dass Drops Wolle führt, hatte ich mich im letzten Herbst (als die Läden noch geöffnet hatten...) reichlich eingedeckt, um über diesen Winter zu kommen. Inzwischen sind sämtliche Vorräte verstrickt!



Inspiriert für meine Jacke wurde ich von den Modellen der französischen Strickdesignerin Emilie Luis (zu finden unter "Atelier Emilie"). Sie strickt wunderbar weiche und hübsche Sachen. Ich bin immer wieder verzaubert. Ich wollte mich allerdings nicht durch eine französische (oder englische) Anleitung lesen. 


Deshalb habe ich meine eigenen Berechnungen gemacht und versucht, dass Design ähnlich zu übernehmen. Gestrickt habe ich mit je einen Faden Baby Merino und Kid-Silk in Nadelstärke 4. Meine Jacke ist etwas weiter und länger geworden, weil ich auch mal Blusen drunter ziehen möchte. Den Halsausschnitt habe ich mit verkürzten Reihen gestrickt, damit das vordere Bündchen etwas tiefer kommt.


Mit dem Ergebnis bis ich sehr zufrieden und diesen Winter habe ich die Jacke schon sehr viel getragen. Ich mochte sie kaum ausziehen, weil sie so kuschelig ist.

Zum Glück konnte ich in letzter Minute noch Knöpfe vor Ort kaufen, denn ich wollte schon den Farbton der Wolle gut treffen.


Dieses Strickprojekt war total entspannend und ging wunderbar nebenbei beim Fernsehen, selbst die vielen linken Rückreihen gingen bei dieser Wollkombination gut von der Hand. Da könnte ich mir sehr gut noch eine dünnere und kürzere Variante für kühle Sommernächte vorstellen.

Stricken nach eigenem Kopf ist immer spannend, da man nie so genau weiß, was raus kommt. Außerdem ist der Erwartungsdruck nicht so groß. Meist kommen mir noch während des Strickens weitere Gestaltungsideen und am Ende fügt sich bestenfalls alles. Und wenn's nicht klappt, kann man zur Not ribbeln und man macht was Neues!

Wenn das beim Nähen auch mal so einfach wäre?! Im Moment lockt mich die Maschine noch gar nicht, aber einige Stoffe lauern schon vom letzten Jahr. Mal schauen, was kommt.

An alle Kreativen da draußen, viel Spaß beim Werkeln. 

Viele Grüße vom Garnkistlein

Sonntag, 28. Februar 2021

Eine blaue Strickjacke

Diese Jacke hat eine längere und zuweilen sehr aufreibende Geschichte hinter sich und ist gerade deswegen im Grunde der Anfang meiner derzeitigen Art und Weise an neue Strickprojekte heranzugehen. Dazu muss ich allerdings ein wenig ausholen und darum habe ich diese Jacke auch bisher noch nicht verbloggt. 

Nun, der Ansatz für diese Jacke war ursprünglich nämlich folgender ....

Ihr erinnert Euch bestimmt an diesen schönen Streifenpullover, den ich aus dem Buch "Lieblingspullover stricken" von Vera Sanon nachgestrickt habe. Nun wollte ich mich also an einem weiteren Projekt versuchen, der Strickjacke "AJAX", ebenfalls in der Farbe Blau. Das Modell gefiel mir sehr gut und so bestellte ich mir die im Buch vorgeschlagene Wolle, in dem Fall die Starwoll Maxi Linie 8 von ONline in der Farbe Nr. 48 (Marine).  


Bildquelle: "Lieblingspullover Stricken" von Vera Sanon


Bildquelle: "Lieblingspullover stricken" von Vera Sanon

Ihr seht schon, Buchabbildung und die Farbe sowie Maschenbild meiner Jacke stimmen nicht überein. Das war bereits die erste Enttäuschung, denn ich hatte mir ein gedämpfteres Blau vorgestellt. Nun, dachte ich, fangen wir mal an. Merinowolle superwash und die Maschenprobe! Immer wieder eine Überraschung und immer wieder ein Kampf für mich an die entsprechende Maschenanzahl, die entweder auf der Banderole oder eben in der Anleitung angegeben wird, heranzukommen. Okay, dann nehme ich eben noch eine kleinere Nadelstärke...vielleicht kennt ja jemand diese Probleme. Das Strickbild wird dadurch nicht unbedingt schöner!

Also, irgendwann habe ich dann angefangen und entsprechend der Anleitung losgestrickt. Leider habe ich die Zwischenergebnisse nicht festgehalten, nur soviel, der erste Anstrick war zu klein. Also nochmal auf Anfang und eine Nummer größer angeschlagen. Das kann ja mal passieren. 

Während des Strickens wollte sich dennoch keine Zufriedenheit einstellen, das Strickbild meiner Wolle sah komplett anders aus, als das auf den Abbildungen im Buch. Hinzu kam ein immenser Wollverbrauch und ich konnte schon früh absehen, dass die Wolle nicht reichen würde. Mein nächster Gedanke, wie schwer soll diese Jacke denn noch werden? Bei einer Lauflänge von 80 m auf 50 g sollte man nicht endlos Wolle ins Projekt wursten. Irgendwann passte die Anleitung dann hinten und vorn nicht mehr. Das Strickstück war unheimlich fest und kompakt und ich hatte einfach keine Lust mehr, denn an mein Wunschprojekt würde ich nie und nimmer herankommen. Ich war wirklich enttäuscht und fühlte mich ein wenig veräppelt, denn mit dieser Wolle konnte unmöglich die Jacke im Buch verstrickt worden sein.  

Aber was nun? Eine nicht unerhebliche Menge Wolle im Haus, die Farbe so "naja". Also, wieder selbst ran und was eigenes ausdenken, denn ich wollte eine Jacke mit V-Ausschnitt und in Top Down Methode. Wie sich die Wolle verhält, wusste ich nun und einige Videos später auch, wie man sie selbst berechnet. Diese Methode erkläre ich jetzt nicht weiter, denn die ist ja nicht neu. Ich hatte auch schon mal an einem Pullover geübt. Jedenfalls lief der neue Anlauf auf Anhieb prima.




Die Blende gleich mitzustricken, gefiel mir sehr. Da das Perlmuster mit dieser Wolle ausgesprochen gut rauskommt und für sich steht, habe ich auf weitere Details verzichtet, auch wenn die Jacke jetzt nicht super kreativ und ausgefallen daherkommt.



Im Rücken sieht man leider eine Farbabweichung in der Wolle. An einigen Stellen war sie offensichtlich nicht richtig durchgefärbt. Habt Ihr schon mal sowas gehabt?



Die Taschen habe ich einfach nachträglich per Hand aufgenäht.





Die Ärmel musste ich dann allerdings mehrmals stricken, bis sie so waren, wie ich sie wollte, aber das ist beim eigenen Entwurf ja nicht schlimm. Jedenfalls kam ich zügig zum Ende und nun stand nur noch das Waschergebnis in den Sternen. Merino superwash ist da ja - wie schon gesagt - gern für Überraschungen zu haben. In meinen Berechnungen hatte ich das auch berücksichtigt. Was soll ich sagen, alles gut! Kein Längenwachstum, sondern nur angenehme Weichheit (nicht labbrig) und ein schönes Maschenbild. Warum nicht gleich so!



Das Projekt "AJAX" ist zwar nicht umgesetzt, ich finde die Jacke immer noch total schön, aber ich habe trotzdem immerhin eine tragbare und gut passende Jacke zustande gebracht, wenn auch nicht unbedingt im Lieblingsfarbton. 

Den durchstrickten Entwicklungsweg empfand ich im Nachhinein allerdings für mich als so spannend und befriedigend, dass all meine nächsten Strickprojekte (bereits das Fünfte ist gerade auf den Nadeln) ohne eine fertige Anleitung auskommen mussten. Man muss eben die Wolle in der Hand haben und erst dann kann man sagen, was auf sie passt. Irgendwann werde ich auch mal wieder nach Anleitung stricken, aber im Moment betreibe ich Stricken sehr als Ablenkung und Entspannung vom derzeitigen Alltag und da muss es nicht kompliziert sein.

Im Übrigen ist das Shirt auf den Fotos schon vor einiger Zeit nach einem schlichten Burdaschnitt entstanden. Vielleicht habe ich ihn aber auch mit etwas Ottobre gemischt. Ich trage es jedenfalls sehr gern, auch wenn ich inzwischen eine etwas andere Farbwahl treffe.


Bis bald!



(Im Beitrag könnte Werbung durch Markennennung vorhanden sein.)

Dienstag, 23. Februar 2021

Dreieckstuch im Farbverlauf

Endlich möchte ich beginnen einige der vielen Strickstücke, die in den letzten Monaten entstanden sind, vorzustellen. Den Anfang macht ein Tuch, das ich bereits vor zwei Jahren gestrickt habe, welches aber aus unerfindlichen Gründen erst in diesem Winter richtig zum Einsatz kam. Schon lange bewundere ich all die schönen Tücher im Farbverlauf und irgendwann bestellte ich mir auch so einen "Bobbel" ohne einen Plan zu haben, was ich daraus stricken könnte. 

Eine Anleitung wollte ich mir nicht extra kaufen, also stöberte ich im Internet nach schönen Tüchern und Mustern. Fündig wurde ich dann seinerzeit auf dem alten Blog von "StineundStitch". Dort fand ich ein schönes Tuch, welches zufällig die gleiche Farbstellung hatte wie mein Bobbel. Das Muster gefiel mir auf Anhieb und nun hieß es, einen "Nachbau" zu erfinden.



Die Konstruktion des Tuches ist ja nicht schwierig, aber ein passendes Muster zu wählen, welches den tollen 3D-Effekt am besten wiedergibt, hat ein paar Versuche gebraucht. Zu kompliziert sollte es nun auch nicht werden. Aber es gibt ja zum Glück so viele tolle Muster... Woher ich diese jetzt habe, weiß ich gar nicht mehr, aber es ist eine Art Wabenmuster.

An das mehrfädige Garn musste ich mich allerdings erst etwas gewöhnen und so hat es am Anfang auf der Rückseite doch mal hier und dort eine Schlaufe ergeben, wenn mal ein Faden nicht mitwollte. Aber zum Glück fällt es nicht groß auf.


(Werbung: unbeauftragt/unbezahlt)


Vom Griff her, ist die Wolle schön weich, was das Wabenmuster und der krause Teil noch verstärken.




Da das Tuch nicht symmetrisch  ist, legt es sich auch nicht so ganz automatisch, wie man es gewöhnt ist, um den Hals, aber ich mag die Möglichkeiten, verschieden zu drapieren. Es schmiegt sich auf alle Fälle unheimlich schön weich und gemütlich an. Durch den Baumwollanteil ist es nicht zu warm und kribbelt auch nicht.





Weil es, wie gesagt, zum Dauerbrenner geworden ist, gibt es vielleicht nochmal eins. Bisher war ich kein großer Tuchstricker. Da ich aber inzwischen genug Mützen habe (ich weiß auch nicht, warum ich immer Mützen stricken muss??), könnte ich an der Schal-und Tuchfront noch ein wenig nachholen.



Im nächsten Beitrag stelle ich Euch die blaue Strickjacke näher vor, die Ihr hier schon sehen könnt.


Bis dahin sonnige Tage

Mittwoch, 7. Oktober 2020

Ein Hoodie in Herbstfarben

Endlich sind die Temperaturen günstig, um an dem heutigen "Me Made Mittwoch" etwas Wärmendes zu zeigen.

Für unseren Sommerurlaub an der Ostsee suchte ich nach einem gemütlichen, wärmenden und windbeständigen Kleidungsstück zum schnellen Überziehen. Bequem, leger und praktisch sollte es sein.  Beim Kofferpacken stelle ich nämlich immer wieder fest, dass da meine Kinder deutlich besser ausgestattet sind. Also habe ich gezielt nach Stoff und Schnitt gesucht. 

Ein schönes Stoffpaket entdeckte ich bei Pepelinchen, welches eigentlich für den Hoodie Emilea von Schnittmuster Berlin gedacht war. Ich habe mich allerdings beim Schnitt für den Hoodie "Get Moving"  aus der Ottobre 5/2015 (Nr. 15) entschieden, da mir da die Schulternaht einfach sehr gut gefällt. Die Idee mit der Zweifarbigkeit fand ich jedoch sehr schön und habe sie mit eingebaut.


Mit den vorhandenen Materialen konnte ich jetzt gut spielen. Die Überlegungen, wie und was ich an Gestaltung einsetze, hat mir bei diesem Projekt am meisten Spaß gemacht. Mit jedem Schritt stieg die Spannung, wie alles zusammen wirken würde.


Erstaunt hat mich die Länge des Hoodies, das kommt auf dem Bild in der Zeitschrift nicht rüber, aber vielleicht wurde der Schnitt fürs Foto kürzer genäht. Ich hatte ja aber genug Stoff und wollte im Nachhinein nichts abschneiden. Wäre auch schade gewesen.


Die Taschen sollten laut Schnitt gar nicht am Vorderteil festgenäht werden. Diese losen Taschenteile mochte ich aber nicht im Pullover hängen haben, also nutzte ich einen der Zierstiche und setzte die Naht somit gleich nochmal farbig ab. So knuddelt auch nichts blöd rum.


Am Kapuzenteil habe ich das im Stoffpaket vorhandene Band so durchgezogen, wie es beim Hoodie Emilea auch vorgesehen ist. Dieses Detail gefällt mir nämlich einfach richtig gut.


Sämtliche Effektnähte habe ich mit großer Stichbreite verziert. Das sieht erstaunlich gut aus, dafür das es lediglich ein Zierstich ist und keine Covernaht. Ich habe vorher mehrere Stiche auf dem Stoff ausprobiert, denn nicht jeder Stich eignet sich für den dickeren Sweat und hebt sich genug ab.


Insgesamt fällt dieser Schnitt schön schmal aus und trägt durch die Länge optisch nicht groß auf. Allerdings passen unter diesen Hoodie nur eher schmale Oberteile, denn auch die Ärmel sind eher schlank geschnitten.


Ja, und so bin ich zu meinem ersten Hoodie gekommen. Gebraucht habe ich ihn dann tatsächlich auch. Wir hatten einige recht windige Tage am Strand und so war ich glücklich, dieses Nähprojekt noch kurz vor unserem Urlaub fertiggestellt zu haben. Diese kurzfristigen Stücke entpuppen sich bei mir irgendwie immer als die Besten. Kennt Ihr das auch?

Jedenfalls kann ich jetzt mit meiner "Hoodiebande" mithalten und möglicherweise wird es nicht der letzte Hoodie bleiben.



Liebe Grüße vom Garnkistlein


(P.S.: Unbezahlte und unbeauftragte Werbung)

Mittwoch, 5. August 2020

Ein graues Kleid

Passend zum Wetter kann ich Euch beim heutigen MeMadeMittwoch mein neues Sommerkleid vorstellen, dass in den nächsten Tagen zum Einsatz kommen wird.

Dieser Stoff hat sich aufgrund der Farbe etwas schwer getan mir zu sagen, was aus ihm werden solle. Die Blüten sind aufgestickt und waren der Grund, warum ich diesen Stoff gekauft habe.


Der Baumwollstoff hat ein wenig die Optik von Leinen aber auch ein bisschen wie die eines Chambrays. Daher war es nicht ganz leicht, einen passenden Schnitt zu finden. Ich wollte die Blüten möglichst wenig zerschneiden oder durch Abnäher verschwinden lassen.


Für einen Faltenrock hat der Stoff zu wenig Stand und für einen Tellerrock zu wenig Fall. Für eine Bluse fand ich die Blüten zu groß, also blieb ein schlichtes Kleid übrig. Über ein Volant an den Ärmeln hatte ich auch kurz nachgedacht. Ach, es gibt immer so viele Möglichkeiten und vor lauter Überlegungen vergehen dann eben auch mal ein oder zwei ... Sommer.


Diesen Schnitt kennt Ihr nun allerdings schon. Es ist das Kleid "Nellie" aus der Ottobre 2/2012, welches ich Euch hier bereits gezeigt habe. Diesmal hatte ich genügend Stoff und habe der Anleitung entsprechend im diagonalen Fadenlauf zugeschnitten, was diesem Stoff sehr gut tut. Da der Stoff ja eine leichte Leinenoptik mitbringt, wollte ich auch einen lockeren Sitz und habe somit die vorderen Taillenabnäher weggelassen. Im Rücken habe ich nicht darauf verzichtet, damit das Kleid nicht zu sackig wirkt.

Den Ausschnitt habe ich vergrößert und die Träger ganz leicht verbreitert. Die Rocklänge habe ich am liebsten gut oberhalb des Knies.

Das ganze Kleid habe ich mit einem leichten Baumwollbatist gefüttert, da die Stickereien kleine Löcher haben. Leider zu klein für ein farbiges Futter. Das hätte ich auch gut gefunden.

Sollte ich nochmal diesen Schnitt nähen, muss ich mir merken, dass die Armausschnitte sehr knapp ausfallen. (Ähm...das hatte ich ja bereits 2018 festgestellt. Vielleicht sollte ich meine Beträge vorher doch nochmal lesen.) Nun gut, vielleicht brauche ich beim nächsten Kleid auch eine 38....


Also, die Hitze kann kommen, die Kleider im Schrank lauern schon.


Dank der inzwischen vorhandenen Sommerbräune kann ich mich mit der grauen Farbe doch langsam anfreunden. An heißen Tagen gehen zurückhaltende Farben außerdem ja immer ganz gut.





Ich werde mich an den lauen Abenden durch die vielen Beiträge lesen und weiter an meinem neuen Strickprojekt arbeiten. Demnächst (wenn es wieder kühler ist) muss ich mal die entstandenen Teile vorstellen.

Kommt gut durch die sonnigen Tage.
Euer Garnkistlein

Mittwoch, 1. Juli 2020

Rotweinrock und Lieblingsshirt

Mein heutiges Outfit besteht aus zwei wirklich bewährten Schnitten, die ich noch häufiger hervorholen werde und dem Titel meines Beitrages heute entsprechend, nun erst recht. Als wir die Fotos schossen, war davon jedoch noch nichts zu ahnen, aber dazu weiter unten.



Das Shirt habe ich bereits hier gezeigt. Es handelt sich um den Ottobre-Schnitt 2/2015 Nr. 17. Ich habe es bisher immer aus einem Viskosejersey genäht, damit hat es einen wunderbaren Fall und passt zu Rock und Hose, reingesteckt oder drüber getragen. Durch die Teilung der Schulterpasse kann man, wenn man will, verschiedene Effekte erzielen z. B. durch eine andere Stofffarbe oder -art, durch Einfügen einer Paspel oder Rüsche. Es ist wunderbar schnell zu nähen.

Den Rock habe ich aus einem Baumwollstretch genäht und den Schnitt (Ottobre 5/2013 Nr. 11) insofern abgewandelt, dass ich die vordere Mitte nicht im Stoffbruch zugeschnitten habe. Ich wollte eine Jeansrockoptik durch die doppelte Mittelnaht erzeugen. Den Reißverschluss habe ich aber schnittgetreu in der rückwärtigen Naht belassen. Somit bleibt der Rock vorn flacher. Den Saum habe ich entsprechend auch doppelt abgenäht.



Gürtelschlaufen dürfen bei mir nie fehlen. Die hat der Rockschnitt im Original nämlich nicht vorgesehen. Dabei kann man mit verschiedenen Gürteln immer wieder variieren. Meine erste Rockvariante aus einem roséfarbenen Leinenstoff könnt ihr hier finden.



Ja, und damit komme ich nun zum Dilemma, welches ich oben schon andeutete. Letztes Wochenende ist mein schöner Rock leider Opfer einer Rotweindusche geworden. Dabei bin ich zu allem Übel auch noch selbst schuld daran. Zum Glück trug ich nicht dieses Shirt. Den Rock habe ich natürlich gleich mit Fleckmittel eingeweicht und nach dem Waschen ordenlich in die Sonne zum Bleichen gehängt, aber ein Restschatten ist leider verblieben. Mal schaun, ob ich mich daran störe. Ich hoffe, mit jeder Wäsche verschwinden die Schatten noch weiter, denn dieser Rock ist ein echtes Basicteil. Zumal nun endlich der Druckknopf nach dem dritten Mal einschlagen zu halten scheint.

Ich weiß, ansonsten nähe ich mir eben einen neuen Rock, aber ärgerlich ist es trotzdem. Mit Rotwein ist eben nicht nur zu spaßen.

Einige weitere Shirts sind nebenher noch entstanden und mein Sommerpullover ist auch fertig geworden.  Die neuen Teile zeige ich ganz bald, dann aber in fröhlicherer Rotweinlaune, als heute.

Viele Grüße
vom Garnkistlein

P.S.: Jetzt hätte ich doch vor lauter Rotweindusseligkeit vergessen zu erwähnen, dass wir uns natürlich alle gern wieder beim Me Made Mittwoch treffen. Vielen Dank an dieser Stelle an das MMM-Team.